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Die Stadthalle Balingen setzt ihre Folge von Sommerausstellungen zur Klassischen Moderne mit der Ausstellung Gustav Klimt. Beethovenfries, Zeichnungen fort. Sie bildet den Auftakt der Ausstellungstrilogie „Die Kunst der Linie - Vom Wiener Jugendstil zur Moderne“, die vom 10. Juli bis zum 26. September 2010 in drei Häusern in Balingen zu sehen sein wird.
Gustav Klimts Beethovenfries wird in dieser Ausstellung zum ersten Mal vollständig in Deutschland zu sehen sein, was die Schau zu einem absoluten Höhepunkt dieses Balinger Kunstsommers macht. Der ausgestellte 34 Meter lange Fries entstand als einzige originalgetreue, reisefähige Kopie während der Restaurierung des Originals, das im Seecessionsgebäude in Wien fest installiert ist. Der prachtvolle Beethovenfries wurde 1902 von Gustav Klimt geschaffen und markiert den Beginn seines „Goldenen Stils“. Seine berühmten Gemälde dieser Zeit, wie Der Kuss und Bildnis Adele Bloch-Bauer I, machten ihn zum internationalen Star des Jugendstils. Klimts Werk stand um 1902 an einen Wendepunkt und ließ den Künstler zum wichtigen Wegbereiter der »Moderne« in Österreich werden. Die Kuratorin der Ausstellung, Annette Vogel (Sabarsky Collection New York/München), vervollständigt die Präsentation des berühmten Wandfrieses mit 80 Zeichnungen von Gustav Klimt und erschließt dem Besucher damit die künstlerische Entwicklung des Klimtschen Schaffens.
Als Präsident und Mitbegründer der Wiener Secession stand Gustav Klimt seit 1897 an der Spitze einer Reformbewegung, die Wien zur Metropole des Jugendstils machte. Die Künstler der Secession strebten nach dem Gesamtkunstwerk, was ihnen mit der Ausstellung zu Ehren Beethovens 1902 vortrefflich gelang: Diese Ausstellung war eine epochale Zusammenführung von Malerei, Architektur, Skulptur, Design, Musik und Poesie. Klimt fertigte dafür den monumentalen Beethovenfries, der sich über drei Wände des Seitensaals erstreckte und mit der Darstellung von Schönem und Hässlichen zugleich größte Aufmerksamkeit des Publikums auf sich lenkte. In Anlehnung an Beethovens 9. Symphonie erzählt Klimt darin in einem faszinierenden Geflecht aus Fabeln, Figuren und Formen die universale Geschichte vom Leiden der Menschheit und vom Sieg der Künste und der Liebe über die bösen Mächte. In keinem anderen Werk manifestiert sich die programmatische Richtung von Klimts Malerei so offensichtlich. Mit höchst unterschiedlichen Materialien wie Blattgold, Halbedelsteinen und Applikationen aus Gardinenringen, Polsternägeln und Spiegelscherben brachte Klimt den Beethovenfries zum Glänzen und machte ihn auch formal zu einem innovativen Schlüsselwerk der Wiener Moderne. Die ca. 80 Zeichnungen in der Ausstellung entstammen allen Schaffensphasen von Klimt. Diese Arbeiten zeigen dem Besucher eine ganz andere - sehr sinnliche und private - Seite des Meisters. Mit sensiblen Linien hielt Klimt seine meist weiblichen Modelle in natürlicher Nacktheit und ungezwungenen Posen fest: laszive Frauenfiguren, selbstvergessene Akte, hingegossene Körper, in Umarmung versunkene Paare und Porträts eleganter Damen. Klimt schuf insgesamt über 4000 Zeichnungen. Dieses Medium war für ihn die wichtigste Grundlage für seine Gemälde und den Beethovenfries, weshalb sich an den Zeichnungen Klimts künstlerische Entwicklung so gut nachvollziehen lässt. Besonders die Blätter, die in Zusammenhang mit dem Beethovenfries stehen, machen den Entstehungsprozess des Figurenfrieses anschaulich und geben dem Besucher einen unmittelbaren Einblick in Klimts Arbeitsweise. Zur Ausstellung erscheint im Hirmer Verlag ein umfassender Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen und Beiträgen von Marian Bisanz-Prakken und Annette Vogel. Der Beethovenfries ist eine Leihgabe des Belvedere in Wien. Die Gemälde und Arbeiten auf Papier stammen aus Museen sowie privaten Sammlungen in den USA und Europa.
Kuratorin: Annette Vogel (Sabarsky Collection New York/München)
Assistenz: Annette Blattmacher, Anja Maja Spiess
Das Theaterstück wird in der Ausstellung Gustav Klimt gespielt, anschließend kann die Ausstellung besichtigt werden (im Eintrittspreis enthalten). mehr
Die Stadthalle Balingen stellt den Beethovenfries aus der Österreichischen Galerie des Belvedere ins Zentrum ihrer Ausstellung.
Begleitend werden 80 Zeichnungen aus allen Schaffensphasen Klimts und zwei kleine Ölgemälde zu sehen sein. Ausgewählt sind besonders jene, die in Beziehung zu diesem Schlüsselwerk stehen. Die Leihgaben kommen aus Museen und privaten Sammlungen in Europa und den USA.
Kuratorin:
Annette Vogel, Sabarsky Collection New York / München
